ARD/ZDF Förderpreis:
Drei Wissenschaftlerinnen für ihre Forschungsbeiträge ausgezeichnet

IFA, Berlin - Freitag, 02. September 2016

Am ersten IFA-Tag und bereits zum achten Mal seit 2009 wurde der ARD/ZDF Förderpreis »Frauen + Medientechnologie« an drei talentierte Wissenschaftlerinnen für ihre herausragenden Abschlussarbeiten verliehen. MDR-Fernsehmoderatorin Anja Koebel führte in Berlin durch das Preisverleihungsevent vor rund 150 Gästen aus Medienbranche, Wissenschaft, Politik und Verbänden.

Preisverleihung ARD/ZDF Förderpreis 2016: V.l.n.r Susanne Pfab (ARD Generalsekretärin), Anna Hilsmann (2.Preis), Jan Metzger (Intendant von Radio Bremen), Anja Koebel (Moderatorin), Melanie Matuschak (1.Preis), Kathrin-Marie Schnell (3.Preis), Ulrich Liebenow (MDR-Betriebsdirektor)
Preisverleihung ARD/ZDF Förderpreis 2016 © ARD/ZDF Förderpreis/Oliver Ziebe. V.l.n.r Susanne Pfab (ARD Generalsekretärin), Anna Hilsmann (2.Preis), Jan Metzger (Intendant von Radio Bremen), Anja Koebel (Moderatorin), Melanie Matuschak (1.Preis), Kathrin-Marie Schnell (3.Preis), Ulrich Liebenow (MDR-Betriebsdirektor)

Die drei Preisträgerinnen

Melanie Matuschak erhielt für ihre Masterarbeit “A Study on the Applicability of the Interoperable Master Format (IMF) to Broadcast Workflows” im Studienfach Media&Communications Technology an der Hochschule Rhein Main Wiesbaden/Rüsselsheim den mit 5.000 Euro dotierten 1. Preis. Sie untersuchte, wie der TV-Broadcastbereich von einem angepassten IMF- Standard aus dem Kinobereich profitieren kann. Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen und Schirmherr des aktuellen Wettbewerbs, überreichte den Preis an Melanie Matuschak.

Anna Hilsmann gewann mit ihrer Doktorarbeit „Image Based Approaches for Photo Realistic Rendering of Complex Objects” an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät II der Humboldt Universität Berlin den 2. Preis und 3.000 Euro Preisgeld. In ihrer Arbeit geht es darum, künstliche Bilder in einem alternativen Verfahren mit geringerem Rechenaufwand als bisher trotzdem realistisch zu animieren. Anna Hilsmann erhielt ihren Preis aus der Hand von Dr. Ulrich Liebenow, dem Betriebsdirektor des MDR.

Der mit 2.000 Euro dotierte 3. Preis ging an Kathrin-Marie Schnell für ihre Masterarbeit „Remote Production - Evaluierung technischer Möglichkeiten für den Einsatz im Bereich Fußball-Live-Übertragung“ im Studienfach Zeitabhängige Medien - Sound/Vision an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Sie entwarf und testete ein Szenario, um Live-Mehrkamera-Übertragungen von Sportereignissen mit weniger
Aufwand zu realisieren. Dr. Susanne Pfab, ARD-Generalsekretärin, übergab den Preis.

Mit herausragenden Ideen die Fernsehzukunft mitschreiben

Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen, wies im Podiumsgespräch mit den Preisträgerinnen und Laudatoren auf die gewachsene gesellschaftliche Bedeutung des ARD/ZDF Förderpreises »Frauen + Medientechnologie« hin:

"In letzter Zeit hat sich die öffentliche Wahrnehmung von Frauenförderung in der Berufswelt sehr auf das Thema Frauenquote in Vorständen und Aufsichtsräten verengt. Wie auch immer die Positionen dazu sind, klar ist allen: Wo wir heute zu wenige Frauen in Fachkarrieren haben, fehlen sie morgen auch in Führungspositionen. Diese Einsicht ist Ansatzpunkt für viele Initiativen im MINT-Bereich, die gerade auch Berührungsängste vor technischen Berufsfeldern abbauen helfen.
Der ARD/ZDF Förderpreis „Frauen + Medientechnologie“ ist ein gemeinsames Projekt, das von allen ARD-Anstalten, dem ZDF und der Deutschen Welle zusammen – gleichsam als Flaggschiff – auf die Suche geschickt wird. Wichtig ist uns dabei, nicht nur Frauen, die über besondere Talente verfügen, durch Nominierung und Preisvergabe in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Zusätzlich entscheidend ist eine Netzwerkkultur von Universitäten, Hochschulen, Unternehmen, Verbänden und Sendeanstalten, um das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen.“

Der ARD/ZDF Förderpreis »Frauen + Medientechnologie« wird auch für 2017 erneut ausgeschrieben. Bewerbungen sind ab dem 1. November 2016 möglich.

Die Idee des Förderpreises

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wollen mit dem Förderpreis seit 2009 talentierte Frauen motivieren, sich im Rahmen ihres Studiums mit dem Bereich der audiovisuellen Medienproduktion und -distribution auseinanderzusetzen. Außerdem sollen karrierefördernde Kontakte in die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vermittelt werden.

Unter dem Slogan „Meine Idee schreibt Zukunft“ richtet sich der Förderpreis in 2016 zum achten Mal an Absolventinnen von Hochschulen und Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, deren Abschlussarbeiten sich mit aktuellen technischen Fragestellungen aus dem Bereich der audiovisuellen Medien befassen.

Ausrichtung und Vergabe des ARD/ZDF Förderpreises »Frauen + Medientechnologie« liegen bei der ARD.ZDF medienakademie, der Fort- und Weiterbildungseinrichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland.