Die drei großen Missverständnisse der Trimedialität

Trimedialität? In manchen Sendern heißt sie Crossmedialität – aus gutem Grund: "Tri-“ gaukelt manchem zu sehr eine gleichmäßige Verteilung von Fernsehen, Hörfunk und Online vor. Womit wir beim ersten großen Missverständnis der Trimedialität wären:

Kopfhörer und Kamera
ARD.ZDF medienakademie / Mel Hofmeier

1. Trimedialität verteilt sich nicht gleichmäßig und produziert keine „eierlegenden Wollmilchsäue“

In der Praxis findet man z.B. äußerst selten Fernsehschaffende, die Radio lernen. Die Erweiterung des Hörfunk-, bzw. Fernseh-Handwerks in Richtung Online und Social Media wird immer wichtiger. "Kennen, aber nicht im Detail können“ gilt besonders für crossmediale Planer/-innen und CvD.

2. Online ist kein Zweitverwertungsmedium

Wer ein Sendungsvideo oder -audio ins Netz stellt oder eine TV-Dokumentation in mehrere Teile zu einem 1:1-Pageflow-Scrollytelling zerlegt, verschenkt Möglichkeiten. Onlinejournalismus ist ein eigenes Handwerk bzw. ein eigener Studiengang. Deshalb lohnt es, die Möglichkeiten für eigens produzierte Online-Inhalte zu prüfen. Ein Beispiel: Bei Inhalten, die auch die Konkurrenz bietet, bevorzugen Nutzer Angebote mit gut kuratierten Serviceinformationen, bei denen sie eigenständig die Tiefe der Information bestimmen können.

3. Social Media sind weit mehr als ein weiterer Distributionsweg und erfordern eine neue Haltung gegenüber dem Publikum

Crossmedialität passiert nicht allein aus Spargründen. Sie ist die konsequente Antwort auf die neuen Ansprüche der Nutzerinnen und Nutzer. Wie sieht dieser Perspektivwechsel aus? Zugespitzt gesagt: Bei der Planung von Inhalten sollten sich Redaktionen die "7 W-Fragen“ stellen:

  • Welcher Nutzer braucht wann, welche Inhalte in welcher Informationstiefe, in welcher Nutzungssituation, auf welchem Ausspielweg und mit welchen Möglichkeiten des Teilens?

Um diesen crossmedialen Ansprüchen gerecht zu werden, bieten wir neue, interdisziplinäre Lernformen an. Zum Beispiel unsere Hackathons mit externen Programmierern, Gestaltern und Konzeptern, unsere Hands-on-Kurse wie im Treffpunkt Trimedialität oder bei "Fit for IT“, sowie Bootcamps zur crossmedialen Formatentwicklung nach Design-Thinking-Methoden.

Unser Blended Learning Programmieren für Journalisten (Basiswissen) hilft ebenfalls dabei, die Möglichkeiten und die Sprache der anderen kennenzulernen. Und auch unsere Seminarreisen in die crossmedialen Newsräume nach London, Kopenhagen oder Helsinki bieten immer wieder neu den Blick über den Tellerrand - denn auch das macht aus Trimedialität Crossmedialität.

Zu den Inhalten der Seminare, die wir auch Inhouse bei Ihnen veranstalten können, berät Sie gern Simone Stoffers:

E-Mail: s.stoffers@ard-zdf-medienakademie.de oder
Telefon: + 49 511 988-2059

Autorin: Simone Stoffers