„Mach mal …!“ – das MDR/WDR-Azubi-Projekt

Ausbildung heißt nicht nur Lernen, sondern vor allem Machen: selber machen, falsch machen, neu machen, besser machen – und am Ende stolz auf das Ergebnis schauen. Das ist die Idee hinter dem Azubi-Magazin "Mach mal …!". Entwickelt vom MDR, übernimmt der WDR das Azubi-Magazin als Praxis-Projekt in seine Ausbildung.

Für das Projekt produzieren Auszubildende aller Berufsgruppen eine eigene Sendung zu Themen, die sie selber bestimmen. Dazu entstehen Multimedia-Reportagen und Making-ofs im Web. Wir sprachen mit Frank-Thomas Suppee, Leiter des MDR BildungsCentrums und Dr. Michael Ashauer, WDR Sachgebietsleiter Personalmanagement – zwei der verantwortlichen Köpfe hinter der Initiative.

"Mach mal"-Team, Foto Frank Thomas Suppee, Foto Dr. Michael Ashauer
Teamfoto MachMal Folge 9, MDR © Robert Winter; Frank-Thomas Suppee (MDR, links); Dr. Michael Ashauer (WDR, rechts)

Wie ist das „Mach mal …!“-Projekt entstanden?

Frank-Thomas Suppee: "Mach mal …!“ gibt es seit 2012. Im Herbst produzieren und senden wir hier beim MDR die 10. Folge. Entstanden ist das Projekt auf Wunsch der Azubis und einer Initiative der Jugend- und Auszubildendenvertretung. Die Azubis wollten sich besser vernetzen, über alle Berufsgruppen hinweg und selbst erfahren, was es heißt, eine komplette Sendung zu produzieren.

Medienproduktion, besonders im Fernsehen, ist ja sehr arbeitsteilig. Im Alltag sehen und arbeiten Azubis – aber auch viele andere Mitarbeitende – oft nur an Teilschritten eines Projekts. Mit "Mach mal …!" haben wir gemeinsam die Möglichkeit geschaffen, solche Produktionen im Rahmen der Ausbildung für alle Azubis und Berufsgruppen zu öffnen. Als Angebot – ohne Zwang.

Und wir haben die Chance erkannt, nach außen zu zeigen, was unsere Azubis zu leisten im Stande sind. Das ist Ausbildungsmarketing at it’s best, von unserem Nachwuchs für die Generation „Was mit Medien“ gemacht. Dadurch gewinnen wir auch junge Leute, die den MDR nur noch durch die Eltern kennen.

Wie kommt das Ausbildungs-Projekt bei den Azubis an?

Frank-Thomas Suppee: Sehr gut – ungefähr die Hälfte unserer Azubis ist jahrgangsübergreifend dabei. Teilweise werden die Rollen wie z.B. die Aufnahmeleitung für beide Produktionen im Jahr übernommen, um etwas Konstanz zu schaffen. Danach wird der Job an Azubis aus dem 1. Lehrjahr übergeben, die nachrutschen. Das läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda. Auch unsere Ausbilder/-innen fördern das. Unser Erfahrung ist: Wer einmal dabei ist, der bleibt.

Wie sind Sie beim WDR auf „Mach mal …!“ aufmerksam geworden?

Dr. Michael Ashauer: Die Idee kam von einer Kollegin, die das Projekt von ihrer vorherigen Stelle beim MDR kannte. Im Austausch mit Frank-Thomas Suppee vom MDR haben wir schnell erkannt, dass das Projekt auch für die Ausbildung beim WDR ein gutes Praxis-Element sein kann. Wir haben dann eine Redaktionskonferenz beim MDR besucht und dort tolle Starthilfe bekommen.

Mit der ersten WDR "Mach mal …!"-Ausgabe im Mai hat sich die Einschätzung voll bestätigt: Unsere Azubis haben uns sehr positiv überrascht. Die Sendung war ein Talk-Format über 55 Minuten zum Thema "Generation Y". Eine aufwendige Produktion, die wir gerne auf ONE gesendet haben.

Mit welchem Ziel setzt der WDR das Projekt in der Praxis ein?

Dr. Michael Ashauer: Mir tat es immer weh, dass wir viele Azubi-Projekte umgesetzt haben, deren Ergebnisse in der Schublade verschwanden. Mit dem "Mach mal ...!"-Projekt können wir das ändern. Die Idee dahinter ist ja, dass die Azubis möglichst eigenverantwortlich ihre eigene Sendung planen und umsetzen, die dann auch auf Sendung geht.

Dafür unterstützen wir die Azubis, schauen über die Schulter und bieten redaktionelle Begleitung an. Tatsächlich aber arbeiten sie sehr selbstständig an Thema, Format und Produktion. Das ist spannend und der berufsübergreifende Austausch geschieht ganz von allein – da macht die Medienkauffrau schon mal die Kamera und der Fachinformatiker gibt den Moderator. Eine außergewöhnliche Praxis-Erfahrung für jede(n) Auszubildende und Auszubildenden.