Körpersprache: Wie Gestik, Mimik und Haltung unsere Wirkung prägen
Ob wir als glaubwürdig, sympathisch oder kompetent wahrgenommen werden, entscheidet sich nicht nur an unseren Argumenten, sondern vor allem an unserer Körpersprache. Haltung, Gestik und Mimik verraten, ob Worte wirklich zu unseren inneren Haltungen passen.
Unser Experte und Trainer Jerzy May erklärt, warum der Blick auf das eigene Auftreten von außen ein Schlüssel zu mehr Selbstbewusstsein und authentischer Wirkung ist.
Inwiefern beeinflusst unsere Körpersprache, ob wir als glaubwürdig, sympathisch oder kompetent wahrgenommen werden?
Jerzy May: Ab dem ersten Tag unseres Lebens drücken wir uns körperlich aus – uns fehlen ja erstmal die Worte. Auch die Wahrnehmung anderer Menschen läuft stark über den optischen Kanal. Haltung, Gestik, Mimik haben wesentliche Bedeutung. Kommen dann später immer mehr Inhalte und komplizierte Ideen dazu, zeigt die Körpersprache meist sehr deutlich, ob Worte und Bewegungen zueinander passen. Im Zweifel vertrauen wir eher der Intuition.
Wann entstehen typische Brüche zwischen Gesagtem und Körpersprache – und was verraten sie über unsere inneren Haltungen oder Emotionen?
Jerzy May: Solche „Brüche“, sogenannte „Wort-Bild-Scheren“, haben sehr verschiedene Gründe. Oft entstehen sie durch Unsicherheiten und Stress. Vertrauen in die eigenen Worte ist eine ganzheitliche Sache, keine rein intellektuelle. Auch falsche Erwartungshaltungen, ob von innen oder außen, sorgen für Verspannungen – natürliche Bewegungen können verhärten. Es wird sichtbarer, ob Emotionen unterdrückt werden, damit sie uns nicht überwältigen. Wichtige Schwelle ist der Übergang zwischen „maximaler“ und „optimaler“ Authentizität, damit wir unsere Präsenz in unterschiedlichen Situationen – privat, persönlich oder im Beruf – angemessen regulieren können.
Viele Menschen nehmen ihre Körpersprache kaum bewusst wahr: Was passiert, wenn sie ihr eigenes Auftreten zum ersten Mal „von außen“ sehen und bearbeiten?
Jerzy May: Auch wenn man weiß, dass sich Eigen- und Fremdwahrnehmung oft stark unterscheiden, so ist es eine tiefere Erfahrung, sich z.B. in einer Videoaufnahme zu sehen. Das kann im ersten Moment etwas irritieren. Wertschätzendes Feedback auf Basis nachvollziehbarer Parameter gibt jedoch Selbstbewusstsein. Man ist sich im eigentlichen Sinne „seiner selbst bewusst”. Besondere Eigenheiten lassen sich als persönliche Stärke nutzen, oder bei Bedarf verändern. Je spielerischer umso besser.
Vielen Dank für das Gespräch.
Jerzy May hat langjährige Erfahrungen als Schauspieler und Autor und arbeitet als Moderator, Sprecher und Trainer. Hier Termine und Details zu seinem Seminar: Fokus Körpersprache – zeigen Sie stimmig, was Sie sagen!
Bei inhaltlichen Fragen berät Sie gern Bettina Winter: b.winter@ard-zdf-medienakademie.de.
Autor: Sven Dütz
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