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Kreative Teamarbeit im Journalismus – virtuell, visuell, wirksam

Videocalls und virtuelle Teamarbeit sind in Redaktionen Alltag. Im Interview erklärt unser Trainer Thomas Klose, wie man gängige digitale Tools nutzen kann, um auch remote kreativ zu arbeiten und warum Skizzen und Notizen immer eine gute Idee sind – selbst ohne künstlerisches Talent.

Wie lässt sich journalistische Teamarbeit auch auf Distanz inspirierend und produktiv gestalten?

Thomas Klose: Für viele Menschen in der journalistischen Arbeit sind Programme wie MS Teams oder Zoom längst zur Routine geworden. Meist vor allem für Standard-Videotermine. Sie sollten heute aber, genauso wie reale Ort, vor allem auch als Orte der Begegnung von Menschen verstanden werden – ein wichtiger Faktor für Kreativität. Durch die Funktionen der Programme und die Möglichkeit, sie z.B. auch auf dem Handy zu betreiben, ergeben sich viele Ansätze, Zusammenarbeit viel mobiler und kreativer zu gestalten als gewohnt. 

Wir zeigen im Seminar, wie man diese Möglichkeiten sinnvoll und innovativ für die Arbeit in dezentralen Teams, aber auch für sich allein, nutzen kann.

Mit welchen Werkzeugen gelingt es, im virtuellen Austausch aus spontanen Ideen tragfähige Konzepte zu formen?

Thomas Klose: Zunächst mal kann man sagen, dass alles, was für Kreativität abseits des virtuellen Raumes gilt, dort ganz genauso gilt. Es muss nur anders angewendet werden. Das erfordert oftmals einiges an Tricks und cleveren Ideen – die zeigen wir.

Ein gutes Beispiel ist die Tatsache, dass man ein Problem erst vollständig kennenlernen sollte, bevor man an einer Lösung dafür arbeitet – eine Haltung, die man aus dem Design Thinking kennt. Meist tun wir das nicht, weil wir glauben, das Problem bereits zu verstehen. Die kollaborative Arbeit im Team – oder auch allein – mit einem digitalen Whiteboard wie Miro oder Mural kann hier sehr hilfreich sein, weil es damit gelingt, sehr unterschiedliche Perspektiven zu einer Problemstellung schnell und unaufwändig an einen virtuellen Tisch zu bekommen.

Warum lohnt es sich für Journalist*innen, ihre Ideen nicht nur schriftlich, sondern auch visuell festzuhalten?

Thomas Klose: Die zweite Frage zuerst: Es lohnt sich eigentlich immer, Ideen auch mit einer kleinen Skizze festzuhalten!

Das liegt daran, dass wir Menschen Bilder weit schneller und nachhaltiger verarbeitet können als geschriebene oder gehörte Sprache – sogar bis zu 600 Mal schneller. Visualisierung und insbesondere aktives Zeichnen fördern ein tieferes Verständnis und die langfristige Merkfähigkeit nachweislich deutlich. Mit Zeichnungen erinnern wir uns fast doppelt so gut. 

Und das Schöne dabei ist: Niemand muss ein Picasso sein, um das für sich zu nutzen. Diese Effekte sind unabhängig vom individuellen künstlerischen Talent. Deshalb richtet sich das Sketchnotes-Seminar sowohl an Anfänger*innen, als auch an solche Menschen, die bereits etwas Übung mit Visualisierung haben.

Vielen Dank für das Gespräch.

Wer remote oder visuell kreativ sein möchten, findet hier zwei passende Webinare:

Bei inhaltlichen Fragen berät Sie gern Matthias Harder: m.harder@ard-zdf-medienakademie.de

Autor: Sven Dütz

Matthias Harder
Fachgebiets­leitung Journalistische Kompetenzen und Volontärsausbildung
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