Bild: Bojan/stock.adobe

Organisationsentwicklung bedeutet für Führungskräfte Kulturentwicklung

Schlagworte wie „agiles Arbeiten“, „Hierarchieabbau“ und „selbstorganisierte Teams“ scheinen Führung überflüssig zu machen. Mit Blick auf die Entwicklung von Organisationen ist das Gegenteil der Fall – die Rolle hat sich erweitert, erklärt die Expertin Clea Buttgereit.

Sie sagen, dass Führungskräfte in einer Arbeitswelt mit agilen Methoden und selbstorganisierten Teams mehr denn je gebraucht werden. Was meinen Sie damit?

Clea Buttgereit: Führungskräfte geben den Rahmen und stellen sicher, dass dieser Rahmen genug Sicherheit für die Entwicklung von Einzelnen und Teams gibt. Der Rahmen beinhaltet eine Orientierung auf Strategie und Ziele und auf die Art und Weise des Umgangs miteinander. Dass sich eine „wertschätzend-konfrontative“ Kultur entwickelt, die rasches Reagieren und das Lernen aus Fehlern überhaupt ermöglicht: Dafür sind Führungskräfte zuständig.

Was sind die Herausforderungen der Organisationsentwicklung, und welche Kompetenzen benötigen Führungskräfte, um in dieser Rolle wirkungsvoll handeln zu können?

Clea Buttgereit: Organisationsentwicklung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bedeutet für Führungskräfte im Wesentlichen Kulturentwicklung. Soziale Kompetenzen sind die Voraussetzung dafür. Das bringen die meisten Führungskräfte mit; danach werden sie mittlerweile ausgewählt. 

Was es aber heißt, soziale Kompetenzen im eigenen System zu entwickeln, oder ein neues Rollenverständnis im eigenen Team zu etablieren, das wissen und können wenige und das ist meiner Ansicht nach die neue Schlüsselkompetenz für Führende in den öffentlich-rechtlichen Häusern. Das ist es auch, was mich persönlich antreibt.

In Ihrem Seminar setzen Sie ergänzend zu 3 Präsenzterminen auf Selbstlernphasen mit der Lernplattform comkii – warum; was erleben die Teilnehmenden dort?

Clea Buttgereit: Die Teilnehmenden können dort die in den Präsenzterminen gelernten Methoden noch einmal vertiefen und auf ihre eigenen Themen anwenden. Dadurch, dass sie die Module gemeinsam mit einem/einer Lernpartnerin bearbeiten, trainieren sie automatisch ihre dialogischen Fertigkeiten, ihre Selbstreflexionsvermögen und schauen thematisch über den Tellerrand.

Vielen Dank für das Gespräch.

Clea Buttgereit ist Trainerin des Seminars Die Führungskraft als Organisationsentwickler*in

Autor: Sven Dütz

Florian Klein
Fachgebiets­leitung Change-, Prozess- und Projektmanagement
mailicon Drucken
Vorheriger Artikel

Klimakrise und Journalismus – mit Sara Schurmann

Nächster Artikel

ARD/ZDF Förderpreis 2024: Perspektivwechsel – mit Dominique Hoffmann

Seminare zum Thema
img NEU
43 351 Blended Learning

Die Führungskraft als Organisationsentwickler*in

Pandemie und Digitalisierung haben die Arbeitswelt rasch verändert. Schlagworte wie „agiles Arbeiten“, „Hierarchieabbau“ und „selbstorganisierte Teams“ scheinen Führung überflüssig zu machen. Aber das Gegenteil ist der Fall! Führungskräfte werden mehr denn je gebraucht, denn ihre Rolle hat sich ...

SEMINARINFO