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Selbstschutz im Netz: Was tun gegen Doxing?

Doxing ist eine unterschätzte Gefahr im digitalen Alltag von Journalist*innen. Angreifer sammeln dabei frei verfügbare Informationen, kombinieren sie mit Daten aus schlecht geschützten Accounts und veröffentlichen daraus ein umfassendes Profil im Netz – den „Dox“.

Die Folgen sind gravierend: von Angriffen auf die Glaubwürdigkeit über Beleidigungen und Hasskommentare bis hin zu Bedrohungen der persönlichen Sicherheit. 

Was Doxing zu einem realistischen Szenario macht und wie man sich dagegen schützen kann, erklärt der Journalist und Trainer für digitale Sicherheit Daniel Moßbrucker

Viele Journalistinnen und Journalisten unterschätzen das Risiko von Doxing-Attacken. Worin liegt die spezielle Gefahr?

Daniel Moßbrucker: In der Vielzahl der Angreifer. Klassischerweise denken wir bei IT-Sicherheitsgefahren an professionelle Cyberkriminelle oder staatliche Geheimdienste. Doxing kann aber jeder Mensch betreiben, ohne IT-Skills oder ausgefeilte Hacking-Programme. Es bezeichnet das mühsame Suchen nach personenbezogenen Daten im Netz oder das Knacken schlecht geschützter Accounts. Heißt: Doxer bringen vor allem viel Zeit, Überzeugung und Energie mit – und sie kommen immer dann an ihr Ziel, wenn Journalist*innen ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben.

Für Betroffene kann das dramatische Konsequenzen haben. Wenn die eigene Wohnadresse, Kontaktinformationen oder gar eigene Kommunikation im Netz am Pranger hängt, ist es schwierig bis unmöglich, diese Infos dort wieder wegzubekommen.

Sie zeigen in Ihren Trainings, wo und wie Doxer ihre Informationen finden. Führt das zu Aha-Momenten bei den Teilnehmenden?

Daniel Moßbrucker: Das erlebe ich regelmäßig, ja. Ich zeige den Teilnehmenden über 30 Wege auf, wie Doxer an ihre Daten kommen. Vieles haben Journalist*innen nicht auf dem Schirm und sie sind dann regelmäßig überrascht, was über sie alles im Netz zu finden ist.

Wie lässt sich die persönliche Angriffsfläche reduzieren?

Daniel Moßbrucker: Das ist die gute Nachricht: Gerade weil wir es nicht mit technisch potenten Angreifern wie Geheimdiensten zu tun haben, ist ein Schutz gar nicht so schwierig. Man muss sich nur einmal auf den eigenen Hosenboden setzen und die nötigen Einstellungen vornehmen. Deshalb ist das Kompaktwebinar für ein IT-Sicherheitstraining auch verhältnismäßig kurz. Es geht vor allem darum, elementare Basics im Bereich der Account-Sicherheit zu beherzigen und zu prüfen, was an den verschiedenen Orten im Netz an Infos verfügbar ist.

Vielen Dank für das Gespräch.

Termine und Details zum WebinarDoxing – wenn Daten von Journalist*innen im Netz landen.

Bei inhaltlichen Fragen berät Sie gern Simone Stofferss.stoffers@ard-zdf-medienakademie.de.

Autor: Sven Dütz

Simone Stoffers
Fachgebietsleitung Digitale Strategie, Crossmedia, KI und Social Media
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Doxing – wenn Daten von Journalist*innen im Netz landen

Bei digitalen Gefahren ist traditionellerweise von Polizei und Geheimdiensten die Rede, die Telefone anzapfen oder Geräte hacken. Eine Angriffsmethode, die für viele Journalist*innen deutlich realistischer ist, wird dabei häufig übersehen: das Doxing.

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