TikTok-App

TikTok – wie können journalistische Angebote profitieren?

Mit über 2 Milliarden Nutzer*innen weltweit – circa 5,5 Millionen in Deutschland – ist TikTok eine der beliebtesten Apps der heutigen Zeit. Auf der Plattform können die Nutzer*innen kurze, selbstgedrehte Videos aufnehmen, in der App schneiden und mit Musik oder Filtern versehen. Besonders in der jungen Zielgruppe spielt TikTok eine sehr wichtige Rolle. Aber wie können Marken TikTok nutzen? Welche Funktionen sollte man kennen, welche Erzählweisen lassen sich anwenden?

Sara Günter ist bei funk für die Plattformexpertise rund um TikTok zuständig und teilt Ihre Erkenntnisse aus der Praxis:

Die Nutzer*innen sind um die 20 oder jünger – für welche Marken/Publisher könnte TikTok interessant sein?

Sara Günter: TikTok ist für alle interessant, die versuchen, eine junge Zielgruppe zu erreichen. Auf der Plattform gab es zu Beginn vor allem unterhaltende Inhalte wie Comedy oder Lip-Sync. Mittlerweile beobachten wir aber eine starke Zunahme von Informationsangeboten. Auch sie können erfolgreich auf TikTok sein, sofern die Inhalte auf die Mechaniken der Plattform optimiert und an die Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst sind. TikTok bietet also viele verschiedene Möglichkeiten. Je nach Konzept sind Formate auf TikTok auch mit einem kleinen Produktionsbudget umsetzbar.

Worin unterscheidet sich TikTok von anderen Plattformen wie z.B. Instagram?

Sara Günter: TikTok ist eine Plattform, die sehr stark von schnell wechselnden Trends getrieben ist. Im Zentrum der App steht ein algorithmisch kuratierter Feed, in dem den Nutzer*innen Clips ausgespielt werden, die ihren eigenen Interessen entsprechen. Dabei ist es (anders als auf anderen Plattformen) zunächst zweitrangig, welchen Accounts man selbst aktiv folgt und wie viele Follower*innen die Urheber der Clips haben. Unterm Strich bedeutet das: Jede*r kann auf schnellem Weg sehr, sehr viel Reichweite generieren. Die Clips auf TikTok sind außerdem viel kürzer als auf anderen Plattformen – in der Regel zwischen 15-30 Sekunden.

Wie stehst du zur Kritik, dass TikTok zensiert, vielleicht auch manipuliert in der Art und Weise, wie dort Inhalte moderiert werden?

Sara Günter: Ich finde es sehr wichtig, dass man sich intensiv mit dem Diskurs um die Vorwürfe an TikTok beschäftigt, wenn man die Plattform als Marke oder Privatperson nutzen möchte. Das bedeutet auch, dass man sich für eine fachlich fundierte Einschätzung eng mit dem zuständigen Justitiariat abstimmt, die Plattform kontinuierlich hinterfragt und sich produktionell nicht davon abhängig macht. Das gilt aus meiner Sicht aber nicht nur für TikTok, sondern für alle Drittplattformen.

Wie sieht die journalistische Nutzung aus, hast du Beispiele?

Sara Günter: Ein tolles Beispiel ist die Tagesschau, die einen sehr guten Weg gefunden hat, auf TikTok journalistische Inhalte zu platzieren, die dem Nutzungsverhalten auf der Plattform entsprechen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Wie TikTok funktioniert zeigt unser neues Webinar „TikTok“ kompakt.

Bei Fragen hilft Ihnen Simone Stoffers gern weiter: s.stoffers@ard-zdf-medienakademie.de.

Simone Stoffers
Fachgebiets­leitung Digitale Strategie, Crossmedia, Online und Social Media
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