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Authentisch Führen für emotionale Sicherheit der Mitarbeitenden

Als Führungskraft die eigenen Grenzen und Schwächen kennen und in schwierigen Situationen emphatisch bleiben – das ist ein hoher Anspruch an moderne Führungskräfte. Unsere Trainerin Henriette von Hellborn hat ein paar Tipps, wie das gelingen kann.

Frau von Hellborn, was bedeutet typgerechte Führung?

Henriette von Hellborn: Es bedeutet, die Wirksamkeit der eigenen Stärken auszuschöpfen und sich seine Grenzen und Schwächen ehrlich einzugestehen. Es bedeutet, eigene Werte glaubwürdig zu vertreten und sich zu Auftrag und Unternehmensleitbild positionieren zu können – und vor allem: auch in schwierigen Situationen als Mensch in Kontakt zu bleiben, zugewandt mit Empathie und echtem Interesse. Nicht so viel Energie dafür einzusetzen, wie ich wirken will, sondern sich dafür zu interessieren: Wie wirke ich tatsächlich? Aus dieser Neugier wächst ein zeitgemäßer Führungsanspruch, der sich weniger auf Macht gründet als auf Authentizität.

Warum ist ein authentischer Führungsstil so wichtig?

Henriette von Hellborn: Er schafft Vertrauen und emotionale Sicherheit bei den Mitarbeitenden. Vor allem aber ist er ein Schlüssel zu mehr Agilität im Unternehmen. Teams, die unter Veränderungsdruck innovativ sein sollen, sind auf die Individualität ihrer Mitglieder angewiesen. Individualität auszuleben, erfordert jedoch Mut zu Verletzlichkeit – und Mut braucht Vorbilder. 

Führungskräfte sind diversen Anforderungen ausgesetzt – New Work, Transformation, etc. Ist die typgerechte Führung ein Versuch, in dieser Flut an Vorgaben handlungsfähig zu bleiben?

Henriette von Hellborn: Unbedingt. Transformation ist ja kein geradliniger Prozess mit einem vorherbestimmten Kurs, sondern ein Wechselspiel zwischen der alten und der neuen, agileren Unternehmenskultur. Um unter den manchmal widersprüchlichen Vorgaben Entscheidungen treffen zu können, braucht es innere Klarheit: Welche Veränderungsimpulse von außen passen zu mir, und wie führe ich loyal und sicher, wenn mir Veränderungen schwerfallen (nicht passen)? Um Neues in den Alltag integrieren zu können, hilft es Führungskräften, sich intensiv mit ihrem eigenen „Typ“ vertraut machen.

Wie arbeiten Sie mit den Teilnehmer*innen im Seminar?

Henriette von Hellborn: Mit Gruppendynamik. In Wahrnehmungs- und Kommunikationsübungen verfeinern und hinterfragen die Teilnehmenden ihr Selbstbild. Zentral sind dabei die individuellen Wünsche nach Selbstverwirklichung und innerem Wachstum. Mittels systemischer Aufstellung betrachten wir beispielsweise das individuelle Spannungsfeld zwischen Realität und Vision und loten darin die Freiräume für neues Fühlen, Denken und Handeln aus; neue Ansätze. Wir üben, ehrliches Feedback zu geben, zu nehmen und bewusst einzufordern und auch, spielerisch mit den eigenen Macken und Grenzen umzugehen. Grundsätzlich biete ich Tools an, die auch in den Arbeitsalltag übertragen werden können, da Führungskräfte ja immer mehr als Coaches gefragt sind.

Viele Dank für das Gespräch.

Autor: Sven Dütz

Monika Gerber
Geschäftsbereichs­leitung Überfachliches Angebot // Führungskräfte­seminare
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