Vertrauen statt Distanz: Hybride Teamarbeit gestalten und stärken
Gute Zusammenarbeit entsteht nicht von selbst, wenn einige Teammitglieder im Büro, andere von zu Hause oder unterwegs arbeiten. Digitale Tools allein reichen nicht aus. Experte Sven Latzel kennt die Fallstricke ortsunabhängiger Arbeit und erklärt, warum Routinen, Klarheit und Vertrauen wichtig sind.
Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste Erfolgsfaktor, damit hybride Teams produktiv zusammenarbeiten können?
Sven Latzel: Der wichtigste Erfolgsfaktor ist das Vertrauen unter den Teammitgliedern – und damit alles, was dieses Vertrauen stärkt. Dazu gehört, Informationen übersichtlich und transparent bereitzustellen, sodass alle auf dem gleichen Stand sind. Ebenso wichtig ist regelmäßige Zeit für informellen Austausch, damit man sich auch weiterhin als Menschen kennenlernt. Diese Zeit braucht es bewusst auch im virtuellen Raum. Ergänzend helfen regelmäßige Präsenztreffen, um das Wir-Gefühl zu stärken.
Woran scheitern Unternehmen in der hybriden Zusammenarbeit am häufigsten – und was kann man dagegen tun?
Sven Latzel: Die meisten Probleme entstehen durch eine nicht gelungene Gestaltung der Interaktion zwischen Mitarbeitenden im Home-Office und im Büro. Die Folgen zeigen sich vielfältig: Mitarbeitende im Home-Office fühlen sich abgeschnitten und einsam, was zu sinkender Motivation führt. Es entsteht Misstrauen zwischen den Gruppen, der Teamgeist nimmt ab und der Wissenstransfer leidet. In Online-Meetings fehlt oft die Verbindlichkeit, weil parallel andere Dinge erledigt werden. Hier ist es wichtig, gemeinsame Routinen und Spielregeln zu entwickeln und die Zusammenarbeit inklusiv zu denken, um alle mitzunehmen.
Wie schaffen es hybride Teams, trotz räumlicher Distanz Vertrauen und Verbindlichkeit aufzubauen?
Sven Latzel: Vertrauen entsteht durch Kontext. Das bedeutet: Jeder muss über alle Informationen verfügen, die er oder sie zum Arbeiten braucht – nicht nur fachlich, sondern auch Persönliches über die Kolleginnen und Kollegen. Zudem sollten Kontakte aktiv gestaltet werden, insbesondere von der Führungskraft zu den Mitarbeitenden. Die klassischen Gespräche an der Kaffeemaschine oder auf dem Flur müssen durch eigene Formate ersetzt werden. Sehr hilfreich ist außerdem, Meetings konsequent rein online durchzuführen statt hybrid – denn bei gemischten Settings mit Teilnehmenden vor Ort und remote entsteht schnell eine Benachteiligung für die remote Teilnehmenden.
Vielen Dank für das Gespräch.
Termine und Details zum Seminar: Hybride Zusammenarbeit: Klar, verbindlich und vertrauensvoll.
Bei inhaltlichen Fragen berät Sie gern Bettina Winter: b.winter@ard-zdf-medienakademie.de
Autor: Sven Dütz
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