Vertrauen trotz Tempo: Führen unter Zeitdruck
Zeitdruck, enge Deadlines, zu viele und zu lange Meetings – unter diesen Bedingungen kann es als Führungskraft schwierig sein, das eigene Team immer mitzunehmen, den Stress gering zu halten und Entscheidungen nicht nur zu treffen, sondern auch nachvollziehbar zu kommunizieren.
Unsere Expertin Frauke Meyer erklärt, worauf es dabei ankommt.
Viele Führungskräfte jonglieren täglich mit knappen Deadlines und vollen Kalendern – was sind zentrale Kompetenzen, um unter Zeitdruck wirksam zu führen?
Frauke Meyer: Ganz am Anfang steht die Frage: Wie wichtig ist es mir, dass es mir und meinem Team auch in stressigen Phasen gutgeht? Der erste Schritt ist also, dass sich eine Führungskraft dafür entscheidet, das Thema in den Fokus zu rücken. Dann geht es um die (rechtzeitige) Wahrnehmung von (Zeit-)Druck – wir alle geraten ja von Zeit zu Zeit in den Modus des „Hamsterrads“, merken aber dabei weder, dass wir unsere eigenen Grenzen überschreiten, noch, dass andere am Limit sind. Um das zu wahrzunehmen, sollte jede Führungskraft ihre eigenen Strategien entwickeln. Das ist eine gute Basis, um dann Prioritäten zu setzen und Entscheidungen zu fällen.
Wie gelingt es Vorgesetzten, auch unter Druck Entscheidungen zu treffen – ohne dabei ihr Team und dessen Ideen oder Ansätze zu übergehen?
Frauke Meyer: Auch unter Druck gelingt gute Führung, wenn Vorgesetzte klar kommunizieren, wo es Mitgestaltungsspielraum für die Mitarbeitenden gibt – und wo nicht. Wichtig ist, das Team kurz einzubinden, etwa durch schnelles Einholen von Einschätzungen oder Ideen – und dann eine klare Entscheidung zu treffen. Wer transparent macht, warum etwas entschieden wird, stärkt das Vertrauen trotz Tempo. Gleichzeitig helfen eine wertschätzende Haltung und Kommunikation, selbst wenn nicht alle Bedürfnisse sofort berücksichtigt werden können. So fühlt sich das Team gehört – und gesehen.
Was können Führungskräfte tun, wenn die Nerven doch einmal blank liegen; wenn im Meeting unter Stress Konflikte ausbrechen oder Entscheidungen in Frage gestellt werden?
Frauke Meyer: Wenn die Stimmung aufgeheizt ist, hilft es, kurz innezuhalten und bewusst durchzuatmen, statt impulsiv zu reagieren. In dem Seminar High Pressure, high Performance – Teams stärken unter Zeitdruck lernen die Teilnehmenden Strategien, um eben nicht durch die Decke zu gehen. Besonders für Führungskräfte ist es wichtig, emotional gelassen zu bleiben und den Fokus wieder auf die Sache und eine Lösung zu lenken. Das wirkt stabilisierend aufs Team. Konflikte sollten benannt, aber nicht im Affekt geklärt werden. Stattdessen kann eine spätere Klärung angeboten werden – das schafft Ruhe und Haltung.
Vielen Dank für das Gespräch.
Termine und alle Details zum Seminar unserer Trainerin Frauke Meyer gibt es auf der Seminarseite: High Pressure, high Performance – Teams stärken unter Zeitdruck.
Bei inhaltlichen Fragen berät Sie gern Anja Schäfer: a.schaefer@ard-zdf-medienakademie.de
Autor: Sven Dütz
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High Pressure, high Performance – Teams stärken unter Zeitdruck
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