Alexa, wie siehst Du die Zukunft des Radios?

Auf die Frage „Alexa, wie siehst Du die Zukunft des Radios?“ gibt Alexa bisher nur eine bedingt passende Antwort: „Das sind Deine ausgewählten Nachrichten für heute.“  Diese Antwort hat weit über 30 Radiomacher in der Zukunftswerkstatt Radio #newsneu aber nicht verwirrt, sondern angespornt, Ideen zu entwickeln, die Alexa künftig passendere Antworten geben lassen könnte.

Gruppenfoto - 3. Zukunftswerkstatt Radionachrichten - 2018 beim rbb
3. Zukunftswerkstatt Radionachrichten - 2018 beim rbb in Berlin

Zum dritten Mal haben die ARD.ZDF medienakademie, die Akademie für politische Bildung Tutzing und Dietz Schwiesau, trimedialer Nachrichtenchef beim MDR Sachsen-Anhalt gemeinsam die Zukunftswerkstatt Radio durchgeführt. Gastgeber war in diesem Jahr der rbb – medial passend im Haus des Rundfunks.

„Wir führen die Zukunftswerkstatt Radio alle zwei Jahre durch, weil die Entwicklungen bei Technologien und am Markt dann wieder neuen Stoff für Projektideen liefern“, erläutert Tobias Geißner, Fachgebietsleiter an der ARD.ZDF medienakademie, das Konzept des viertägigen Workshops, der sich über ein Wochenende erstreckt.

Wie neue Radionachrichten entstehen können – #newsneu

Bevor die Workshops starten, sammeln die Teilnehmer Inspirationen aus kurzen Vorträgen wie beispielsweise dem von Dominik Born aus der Schweiz. Er bezeichnet sich als Medienprojektninja und stellt eines seiner Projekte so vor: „Meine Chefs haben ein Pferd bestellt und ich habe eine Zebra geliefert.“ Und genau dieser Ansatz ist es, der Leute wie Sandra Müller immer wieder zur Zukunftswerkstatt reisen lässt: „Ich bin ein großer Fan von Ohrenkino – und das sollte auch in den Nachrichten möglich sein.“

Und so prüfen die Radiomacher aus den öffentlichen rechtlichen und privaten Sendern gemeinsam, welche Antwort sie auf modernere Hörgewohnheiten, Audio on demand und neue Ausspielwege wie Smartspeaker geben wollen. Einen Weg neue Produkte zu finden, beschreibt Dominik Born so: „Ich habe gerade die Hackdays bei SRG SSR durchgeführt. Wir geben den Leuten all unsere Daten und Schnittstellen – aber keine konkrete Aufgabe – und lassen sie einfach machen. Es ist genial, was dabei rauskommt.“

Ideen für neue Nachrichtenformen auf Pinnwand
Antworten auf die Frage „Was muss (s)ich in den Nachrichten ändern?“

Vier Arbeitsgruppen haben am Samstag über die Zukunft der Radionachrichten nachgedacht – und Sendungen produziert. Dabei haben sie haben eigene Skills für Alexa und einen Nachrichtenpodcast für Berlin und Brandenburg entwickelt. Computerstimmen haben Nachrichtensendungen gesprochen.

Traditionell beantworten am Ende jeder Zukunftswerkstatt alle Teilnehmenden die Frage: „Was muss (s)ich in den Nachrichten ändern?“ Hier einige der Antworten: mehr Personality und Herz, mehr Emotion, mehr „erzählen“, mehr Crossmedia, mehr Mut zu Neuem, neue Vertriebswege, zeitunabhängige Auslieferung, Abschied vom Linearen hin zum Modularen, Region first, runter vom Sockel, mehr Dialog mit Hörern, raus aus der Blase.

Weitere Informationen zum Workshop Zukunftswerkstatt Radio liefert Sandra Müller auf ihrem Blog www.radio-machen.de.

Autorin: Martina Lenk