Der Wettlauf zwischen Nachrichten-Fälschern und -Verifizierern

Anfang März hatte die ARD.ZDF medienakademie am Standort Hannover über 120 Unternehmerinnen und Unternehmer der Vereinigung Pro Hannover Region zum Frühstückstalk eingeladen. Der Austausch führte zu Aha-Erlebnissen auf beiden Seiten.

120 Unternehmer/-innen zu Gast an der ARD.ZDF medienakademie/NDR.
120 Unternehmer/-innen zu Gast an der ARD.ZDF medienakademie/NDR.

„Die Gespräche an den Frühstückstischen zeigten, dass es wenig Wissen über die ARD, ihren Zusammenhang mit den Dritten und der Medienarbeit im Allgemeinen gibt“, beschreibt Martina Lenk, Geschäftsbereichsleiterin Programm und Gestaltung und Standortleiterin Hannover ihren Aha-Moment. 

Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Frühstücktalks hingegen hörten zum ersten Mal von der Existenz der ARD.ZDF medienakademie in Hannover und waren überrascht zu erfahren, dass es viele Themen gibt, die auch für sie als Fortbildungsangebote spannend sind.

Künstliche Intelligenz in der Medienarbeit

Weitere Aha-Momente erzeugte dann Simone Stoffers, Fachgebietsleiterin Crossmedia, Online und Social Media der ARD.ZDF medienakademie, mit ihrem Vortrag über den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medienarbeit. „Ich stelle einige Anwendungen vor, die Ihnen wahrscheinlich im Alltag schon begegnet sind, von denen sie aber nicht wussten, dass es sich um ein Ergebnis Künstlicher Intelligenz handelt“, führt Stoffers die Robotertexte für Sport- oder Börsennachrichten ein. Viele Teilnehmer mussten zugeben, dass sie die vorgestellten Texte nicht als automatisiert geschrieben eingestuft hätten.

Fachgebietsleiterin Simone Stoffers spricht über KI in der Medienarbeit.
Fachgebietsleiterin Simone Stoffers spricht über KI in der Medienarbeit.
Stoffers sprach auch über die Macht der von Menschen gemachten Algorithmen (eine Ansammlung von Programmierbefehlen).  Diese Codezeilen spiegeln Neutralität vor, sind aber von der Voreingenommenheit der Programmierer oder der Fragestellung der Auftraggeberinnen geprägt. Speziell die großen Datensammler wie Google, Facebook aber auch Banken und Behörden haben damit Mittel der Bewertung in der Hand, die unser Leben entscheidend beeinflussen können. 

„Eine Ethikdiskussion dazu ist nicht nur für Programmierer, sondern auch für Auftraggeberinnen und Gesetzgeber dringend notwendig“, mahnte Stoffers. 

Auch das einfacher werdende Verfremden von Bildern und Videos präsentierte Simone Stoffers als einen der Gründe, warum es schwierig sei, Falschmeldungen zu erkennen: „Viele Verlage und Sender haben inzwischen Verifizierungsabteilungen, die sich mit nichts anderem beschäftigen, als herauszufinden, ob das Foto, das Video oder anderes Material aus dem Netz wahr oder manipuliert sind“, so Stoffers. 

Inzwischen gebe es einen Wettlauf zwischen Fälschern bzw. dem Entstehen von zur Fälschung verwendbaren Technologien und den Verifizierern. Wie und mit welchen Tools man Fälschungen erkennen kann, zeigen unter anderem die laufend aktualisierten Seminare der ARD.ZDF medienakademie.

Autorin: Martina Lenk