Formatentwicklung für Social Media – Erkenntnisse aus dem Erfolg von Funk

Ohne Verbreitungsstrategie, keine Reichweite in der Zielgruppe – das ist eine der vielen Erkenntnisse aus drei Jahren Funk. Für erfolgreiche Formate im Netz setzt Philipp Schild, Programmchef des Jugendprogramms Funk von ARD und ZDF, gemeinsam mit seinem Team auf iterative Prozesse, sorgfältige Datenanalyse und auf das konstruktive Feedback aus der Community.
Philipp Schild, Content-Chef von Funk
Philipp Schild, Content-Chef von Funk. Foto: Marcus Bauer / Funk

Seit 2016 senden ARD und ZDF unter dem Namen Funk Inhalte für Jugendliche und junge Erwachsene. Das Content-Netzwerk ist ausschließlich online aktiv und liefert mit über 70 Kanälen auf den sozialen Plattformen Youtube, Facebook, Snapchat, Tiktok und Instagram Formate für die Zielgruppen der 14-29-Jährigen – zur Unterhaltung, Information und Orientierung. 

Im Gespräch mit t3n.de macht Funk-Content-Chef und Trainer der ARD.ZDF medienakademie Philipp Schild deutlich, worauf es für den Erfolg des Netzwerks ankommt: gute Inhalte und deren gezielte Verbreitung. Einfach Inhalte zu produzieren, die man selber gut findet, sie ins Netz zu stellen und zu warten, dass sie gefunden und gesehen werden, funktioniere nicht:

„Es reicht nicht, ein gutes Konzept und guten Inhalt zu machen, es braucht auch eine Distributions-Strategie“ sagt Philipp Schild – vor allem, wenn man wie Funk in der Zielgruppe noch unbekannt ist. Heute ist das Netzwerk in der Zielgruppe etabliert. Die Bekanntheit der Marke bzw. der Formate liege bei 66 %. Auch die 140 Millionen Videoaufrufe im Monat sind eine beachtliche Zahl.    
 
Die Distribution werde deshalb bei der Formatkonzeption bei Funk immer mitgedacht. Cross-Promotion funktioniere gut mit bereits erfolgreichen Youtubern, die über ihre Community auf andere Funk-Formate oder -Kanäle hinweisen oder diese durch ihren Auftritt bekannter machen. Mit dieser Praxis stärken erfolgreiche Unterhaltungsformate Funk als Netzwerk. 
 
Die Formatentwicklung selbst sei bei Funk ein komplexer Prozess, der versuche „Professionalität und Freiheit“ gleichermaßen zu berücksichtigen. Dazu komme eine enorme Menge an Daten z.B. von Youtube. „Es gibt für uns eine ganz große Notwendigkeit anzugucken, wie die Leute mit unserem Inhalt umgehen“, betont Schild.

Wird etwa aus einem Piloten eine Serie, wird sie während der Staffel permanent analysiert und optimiert – wie ist der Nutzungsverlauf, wann steigen Leute aus etc. Dazu komme das qualitative Feedback aus der Community in den Kommentaren: „Sobald eine Community anfängt sich mit einem Format zu identifizieren, gibt die echt konstruktive Kritik und Hinweise darauf, was wir noch verbessern können.“ 
 
Das komplette Gespräch von t3n.de mit Philipp Schild können Sie auf Soundcloud nachhören: 
Wie Ihre Formatideen bei den Nutzern ankommen und was Sie noch verbessern können, erfahren Sie in unserem neuen Seminar
Simone Stoffers berät Sie gern bei Fragen zur Formatentwicklung fürs Netz:
E-Mail: s.stoffers@ard-zdf-medienakademie.de
Telefon: +49 511 123598-537

Autor: Sven Dütz