Gesund durch Bewegung – mehr Lebensqualität im (Berufs-)Alltag

Steigende Arbeitsbelastung, eine Vielzahl an Projekten, Termindruck und ständiges Sitzen – der ganz normale Büroalltag ist kein besonders gesunder Ort. Zu viel Stress und zu wenig Bewegung machen auf Dauer krank. Wie Sie mit einer gesunden Lebensführung Stress entgegenwirken können und langfristig fit und zufrieden bleiben, darüber sprachen wir mit dem Diplom-Sportökonomen, Mentaltrainer und Coach Michael Hacker.

Gesund durch Bewegung – Nordic Walking
Gesund durch Bewegung – Nordic Walking. Bild: ©vm / istockphoto.com

Ist das Thema „Gesund durch Bewegung“ ein Hype oder ist da was dran? Woher kommt es, dass Bewegung gut für uns ist? 

Michael Hacker: Es stimmt, medial ist das Thema überproportional oft vertreten. Ein Hype ist es aber nicht, dahinter steckt viel Richtiges: Unser Körper ist auf Bewegung ausgelegt, dafür sind wir ursprünglich gebaut. Das war auch lange Zeit unproblematisch. Allerdings hat sich in den letzten 150 bis 100 Jahren durch die Industrialisierung und andere Ereignisse unsere Lebensweise drastisch verändert. Bewegung wurde zunehmend überflüssig. Sitzen im Büro ist für viele Menschen heute Alltag.

Unsere Bewegungsfunktionen kommen dabei allerdings viel zu kurz. Die Folgen können Stress und Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Unser Körper funktioniert oft sogar nur über Bewegung. Ein gutes Beispiel ist der Stoffwechsel der Bandscheibe, die durch das Wechselspiel von Belastung und Entlastung versorgt wird. 

Unsere Gesundheit profitiert also, wenn wir uns bewegen. Wie können wir mehr Bewegung in unseren eh schon vollen Arbeitstag einbauen? Keine Zeit ist ja die häufigste Ausrede …

Michael Hacker: Hier setze ich auf zwei Bausteine. Der eine ist aktiv zu sein, z.B. raus in die Natur zu gehen und sich zu bewegen, klar. Der andere – Psyche und Geist – kommt ins Spiel, wenn es darum geht, die körperliche Aktivität auch in den beruflichen Alltag zu integrieren. Die Frage ist doch: Wie viel Zeit bin ich mir selbst wert? Wie wichtig ist es mir langfristig gesund zu sein? Die Fragen klingen banal, aber ich höre dann oft, man habe sehr viel zu tun, sei verantwortlich für wichtige Projekte oder könne zu Anfragen von Kollegen oder der Chefin schwer nein sagen. Für diese Personen geht es um Selbstwahrnehmung und um die Stärkung ihrer Selbstkompetenz. Ich möchte Sie ermutigen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen – sich selbst ernst zu nehmen, um gesund zu bleiben. 

Es kann dabei schon helfen, zu verstehen: Bewegung meint nicht Training. Bereits kleine Bewegungsportionen sind ein richtiger Schritt. Stehen ist besser als Sitzen, Gehen ist besser als Stehen, Laufen ist besser als … – oder einfach: die Treppe nehmen anstelle des Fahrstuhls. Denn jede Bewegung zählt. Klein anfangen, für Abwechslung sorgen und sich Momente für Bewegung und (Gedanken-)Pausen schaffen, die Körper und Geist guttun. Praxisnahe weitere Tipps dazu gibt es im Seminar.

Welche Rolle spielt der persönliche Lebensstil?

Michael Hacker: Der persönliche Lebensstil umfasst viele Themen, die jedem von uns verschiedene Möglichkeiten bieten, dass körperliche Wohlbefinden und die eigene Zufriedenheit zu steigern. Das Schöne daran ist, ich kann in jedem Bereich klein anfangen und doch zahlen alle Veränderungen auf das große Ganze ein.

In der Arbeit mit Teilnehmenden gehen wir die einzelnen Themen durch und erkennen dabei je nach persönlicher Situation konkrete Maßnahmen, z.B. wie sie sich mehr bewegen und gesünder ernähren können, wie Ernährung und Ernährungsverhalten mit dem eigenen Schlaf zusammenhängen und wie sie über eine bessere Regeneration ausgeruht und wirksam ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit stärken. An der Stelle ermutige ich immer, einfach anzufangen – ist der erste Schritt gemacht, öffnen sich automatisch weitere Türen.