Ideen für die Publikumsbeteiligung am Programm

„Journalismus im Dienste der Öffentlichkeit sollte mehr auf die Öffentlichkeit hören – ohne sich anzubiedern“, sagt Dr. Thomas R. Schmid von der University of Oregon. Gemeinsam mit einem Forscherteam hat er herausgefunden, dass die Publikumsbeteiligung eher ein Schlagwort als gelebter Journalisten-Alltag ist. Die Ergebnisse der Studie stellt er auf dem Journalismusforum 2018 am 5. November in München vor.
Thema und ausgewählte Referentinnen und Referenten des Journalismusforums werden dargestellt
Das Journalismusforum 2018 am 05. November in München

Etliche Journalistinnen und Programmmacher sind mit sich im Reinen: In der Sendung werden Facebook- und Twitter-Einträge vorgelesen und die Musikwünsche und Fotos über die digitalen Kanäle in der laufenden Sendung berücksichtigt. Alles gut – Teilhabe am Programm gesichert. Haken dran.

Das Journalismusforum 2018 folgt hier einer anderen These: Publikumsbeteiligung ist viel mehr als nur die Zuschauermeinung während einer Sendung einzustreuen. „Echte Publikumsbeteiligung beginnt bereits bei der Formatentwicklung und Programmgestaltung“, meint Martina Lenk, Geschäftsbereichsleiterin Programm und Gestaltung an der ARD.ZDF medienakademie.

Social Listening und journalistische Kultur

Nutzerzentrierte Formatentwicklung und Social Listening sind Arbeitsweisen, die in diesem Zusammenhang neu auf den Plan treten und das Tagesgeschäft im Redaktionsalltag verändern bzw. verändern sollten. Denn noch sind die Beispiele dafür trotz klarer Forderungen von Intendanten und Chefredakteuren rar gesät und werden mit teilweise fragwürdigen Zielen gelebt: „Publikumsbeteiligung wird begrüßt, aber während es manchen Medien vor allem darum geht, die Qualität der Leserbindung zu erhöhen, wollen andere lediglich die Reichweite steigern“, weiß Dr. Schmid aus den Befragungen seiner Studie.

Der Grund dafür liege bei vielen Befragten in der journalistischen Kultur selbst begründet: „So manchem Journalisten widerstrebt die aktive Zusammenarbeit mit dem Publikum“, so Schmid.

Das Journalismusforum 2018 führt nationale und internationale Beispiele aus allen Mediengattungen zusammen, die Ideen vermitteln, wie man die eigene Tagesproduktion auf neue Füße stellt. Dabei werden die Referentinnen und Referenten ehrlich sein und über die eigenen Projekterfahrungen und Startschwierigkeiten berichten.