„Künstliche Intelligenz“ in den Redaktionen des Bayerischen Rundfunks

Immer mehr Medien setzen auf textende Computer und lernende Maschinen. Auch der Bayerische Rundfunk testet wo und in welcher Form „Künstliche Intelligenz“ den Redaktionen eine Hilfe sein kann, erklärt der BR-Informationsdirektor Thomas Hinrichs.

Thomas Hinrichs, Informationsdirektor des BR. Foto: Bayerischer Rundfunk, Markus Konvalin
Thomas Hinrichs, Informationsdirektor des BR. Foto: Bayerischer Rundfunk, Markus Konvalin

Der BR baut eine KI-Redaktion auf. Wie kann man sich das vorstellen?

Thomas Hinrichs: Vom Grundsatz her ist es so, dass neue technische Möglichkeiten häufig auch Auswirkungen auf journalistische Aufgaben haben. Das war schon immer so. So hat das Internet dazu geführt, dass viele Daten vorhanden sind, die mit besonderer Expertise journalistisch ausgewertet werden können. Das ist der Hintergrund, warum der Umgang mit Daten in großen Mengen unter anderem für den investigativen Journalismus wichtig wurde. Vor dem Hintergrund immer größer zur Verfügung stehender Rechenkraft bringt die „Künstliche Intelligenz“ nun eine weitere flächendeckende Veränderung mit sich. Auch hierfür ist eine besondere Expertise notwendig.

Was wird die Aufgabe der KI-Redaktion sein?

Thomas Hinrichs: KI wird in verschiedenen Bereichen der journalistischen Workflows für unterstützende Aufgaben genutzt werden. Dies können beispielsweise automatisierte Textproduktionen für bestimmte Themen sein, personalisierte Serviceangebote oder die Verifikation von Inhalten sein. Herauszufinden, wo der Einsatz von KI in welcher Form Sinn macht, wird die Aufgabe der neuen Einheit sein.

Die KI ist noch Forschungsterrain für den Journalismus: Wie schnell wird diese Technologie den journalistischen Alltag bestimmen, und welche Schwerpunkte setzt dabei der BR?

Thomas Hinrichs: KI wird schon an verschiedenen Stellen der journalistischen Arbeit verwendet. Es ist damit zu rechnen, dass der Einsatz in den nächsten Jahren erheblich steigen wird.

Autorin: Martina Lenk