Next Reality – Immersive Medien mit Virtual Reality, Augmented Reality, Mixed Reality und 360°

Die Mehrzahl der Referentinnen und Referenten auf dem Symposium im Juni 2019 war sich einig: Das nächste große Ding wird nicht Virtual Reality (VR), sondern Augmented Reality (AR) sein – und da vor allem das Web AR, weil man dafür keine Datenbrille braucht, um es sich anzuschauen zu können.
Zu Gast beim rbb im Haus des Rundfunks
Zu Gast beim rbb im Haus des Rundfunks.

Doch auch für alle anderen Anwendungen wie 4D-Experiences, Photogrammetrie oder volumetrischen Aufnahmen wurden beeindruckende Beispiele von Universitäten, Rundfunkanstalten und privaten Unternehmen präsentiert. Eines war aber allen gemeinsam: die andauernde Suche nach dem preiswerten und effizienten ‚Wie‘ für den Regelbetrieb im Tagesgeschäft.

Symposium des IRT und der ARD.ZDF medienakademie

Denn noch sind diese Produktionen teuer und umständlich, weil die Technik nicht ausgereift ist und Erfahrungen fehlen, wie Rainer Kirchknopf und Manfred Gördes vom ZDF zu berichten wussten: Stolpersteine bei Liveproduktionen können beispielsweise zu laute Kameralüfter, lange Kabelwege, zu geringe Firewall-Kapazitäten und Fragestellungen wie: Wie schützt man eine 360°-Kamera vor Schneefall? oder: Wie vermeidet man bei einer 360°-Produktion die Aufnahme der Kameraleute? sein. Da helfe nur probieren, probieren, probieren.
Manfred Gördes und Rainer Kirchknopf vom ZDF
Manfred Gördes und Rainer Kirchknopf vom ZDF
Eine weitere wesentliche Frage ist die nach den richtigen Geschichten für VR-Anwendungen: Sven Bliedung, Geschäftsführer der Volucap GmbH, berichtete, dass momentan noch niemand wisse, wie man Geschichten für VR gut erzählen könne. Außerdem fehle noch das Feingefühlt für den Mehrwert, den eine VR- oder AR-Anwendung für den Zuschauer bieten müsse, damit dieser auch dranbleibe.

Thomas Hallet vom Innovation Lab des WDR brachte zu dem Thema ein kleines Regelwerk mit: „Wir bringen diese Technologien zum Einsatz, wenn man einen Ort nicht mehr oder nur sehr schwer erreichen kann wie geschlossene Kohlebergwerke oder für Zeitreisen ins Mittelalter.“  
Doreen Ritter und Peter tho Pesch mit der Moderatorin Sabine Dahl
Doreen Ritter und Peter tho Pesch mit der Moderatorin Sabine Dahl.
Der Gastgeber des Symposiums – der Rundfunk Berlin-Brandenburg – arbeitet zusammen mit dem IRT außerdem schon aktiv daran, dass diese Medienformen bald barrierefrei angeboten werden können. Doreen Ritter vom rbb leitet das Projekt ImAc (Immersive Accessability), wo geforscht wird, wie Untertitel, Gebärdensprache und Audiodeskription in 360°-Videos integriert werden können – inhaltlich wie technisch. Auch hier noch ein weiter Weg.

Autorin: Martina Lenk
Fotos: Ralph Zahnder