Resilienz und Achtsamkeit – Selbstfürsorge und Vertrauen in die eigene Stärke

Die aktuelle Krise nimmt uns das Gefühl, die Dinge im Griff zu haben und zwingt uns Veränderungen auf, deren Ausmaß und Ende wir nicht absehen können. Achtsamkeit, Selbstfürsorge und Resilienz halten Strategien und Techniken bereit, die in diesen Tagen helfen können.

Ein verwirrter und ein geordneter Kopf
Bild ©radachynskyi /stock.adobe.com

Ängste und Stress in der Krise als Signale verstehen

Viele Menschen erleben durch die Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote; durch die vielen Wochen im Homeoffice oder in der Sorge um den eigenen Arbeitsplatz, das Gefühl der Isolation, Ängste und Stress. Dazu kommen hohe Ansprüche an sich selbst. Wir sollen stark bleiben und umsichtig handeln, uns um andere kümmern und weiter funktionieren – beruflich wie privat.

Doch die gewohnten Handlungsmuster und Routinen greifen nicht mehr; die Arbeitssituation und der Alltag haben sich komplett verändert. Fragen nach dem „Wann hört das alles auf?“ oder „Wie geht es weiter, jetzt und nach Corona?“ tauchen auf und bleiben (vorerst) unbeantwortet – die komplette Situation ist neu. Das stresst, ist anstrengend, und kann unter Umständen Ängste auslösen.

Im Moment – Achtsamkeit als Zugang zum Selbst 

Damit die Angst – die evolutionär betrachtet sinnvoll und hilfreich ist – nicht in die Schockstarre führt und uns passiv und handlungsunfähig werden lässt, können Techniken der Achtsamkeit helfen, wieder einen konstruktiven Zugang zu sich selbst zu finden. Das können Atemübungen sein oder Übungen, in denen der Fokus auf die eigene Wahrnehmung gelenkt wird. Dabei geht es darum:

  • Gedanken und innere Dramen zu stoppen
  • sich selbst ins Hier und Jetzt zurück zu holen
  • Gefühle neutral wahrzunehmen ohne zu bewerten

Diese Selbstbeobachtung soll helfen einen gesunde Distanz zu den eigenen Gefühlen und Gedanken zu schaffen und sie leichter anzunehmen. Wer seine Bedürfnisse erkennt, ohne sich in ihnen zu verlieren, kann bewusster und aktiv mit ihnen umgehen – wer sich wahrnimmt, ist im Vorteil.

Schwierige Situationen meistern – Resilienz als Vertrauen in eigene Stärke 

In der Wissenschaft wird Resilienz als psychische Widerstandskraft bezeichnet. Damit ist die Fähigkeit gemeint, Krisen (besser) zu bewältigen und rasch gefestigt und gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Neben der Selbstwahrnehmung geht es vor allem darum, ins konkrete Handeln zu kommen, optimistisch und lösungsorientiert zu agieren und auf die eigenen Stärken zu vertrauen. 

Menschen mit hoher Resilienz erkennen und akzeptieren in der Krise schnell: Was kann ich tun oder ändern; was nicht? Wie kann ich mich beruhigen und fokussieren? Was sind meine Optionen? Wer kann mir helfen, und wo kann ich selbst aktiv werden und Verantwortung übernehmen, um nicht länger passiv zu verharren. Und auch diese psychische Widerstandskraft lässt sich trainieren. 

Für den bewussten Umgang mit Stress; zu den Themen Achtsamkeit, Selbstreflexion und Resilienz haben wir eine Reihe von (Online-)Trainings für Mitarbeiter*innen und Führungskräfte entwickelt.
 
Bei Fragen berät Sie gern Bettina Winter: +49 911 9619-458
b.winter@ard-zdf-medienakademie.de

Autor: Sven Dütz