Streaming – Next Generation

Kaum eine Medientechnologie der vergangenen Jahre hat eine dynamischere Entwicklung hingelegt. Fast 23 Millionen Deutsche streamen inzwischen. Anfangs als reines Jugendphänomen belächelt…

Streaming. Symbolbild
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… ist der non-lineare Fernsehkonsum inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Noch sind die 14-39-Jährigen auf den diversen Plattformen knapp in der Mehrheit; das stärkste Wachstum gibt es aber bei den Ü-50ern (Quelle: GFK). Bislang teilen sich bei den kostenpflichtigen Angeboten Netflix und Amazon den Bärenanteil am deutschen Markt auf. Das könnte sich nun ändern.

Angriff der Giganten

Ab November drängen mit Apple TV+ und Disney+ zwei weitere US-Medienriesen nach Deutschland vor. Das bedeutet für die Nutzer einerseits deutlich mehr Angebot; andererseits den Nachteil, mehrere Dienste nebeneinander nutzen zu müssen, um in den Genuss dieser Vielfalt zu kommen. So hat Disney+ bereits angekündigt, der Konkurrenz sämtliche Disneyfilme zu entziehen, um sie exklusiv auf der eigenen Plattform anzubieten.

Alle Anbieter haben begriffen, was die Nutzer am Streaming reizt und wofür sie bereit sind zu zahlen: die Funktionen einer non-linearen Mediathek kombiniert mit der Exklusivität neuer Serien und Kinofilme. Da kann lineares (werbefinanziertes) Free-TV perspektivisch nicht mithalten. 

Kostenfreie Alternative

Seit Mitte des Jahres gibt es mit Joyn ein neues Free-Streaming-Angebot. Dort können Nutzer Serien und Filme schon vor der Ausstrahlung im TV sehen oder – bei laufenden Staffeln – bis zu 30 Tage danach. Eine Suchfunktion gibt es auch. Nutzer können auf mehr als 50 Live-Sender und zahlreiche Mediatheken zugreifen. 

Neben den Sendern der ProSiebenSat.1-Gruppe und Discovery, bietet Joyn auch die Programme der meisten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten an. Joyn setzt also auf Kooperation – auch von privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern – während sich die US-Riesen für die kommende Konkurrenzschlacht rüsten.

Autor: Prof. Dr. Andreas Elter