Gelungener Auftakt: 1. Volo-Trendtag in Leipzig

Auf dem 1. Volo-Trendtag der ARD.ZDF medienakademie in Leipzig bekamen knapp 60 Volontäre Mitte Dezember 2018 einen kompakten Überblick zu neuen Nachrichtenträgern, zur ethischen Dimension von Algorithmen und dem Aufdecken von Falschinformationen.

Trendtag Volontäre
Gelebte ARD-Kooperation – der erste Volo-Trendtag in Leipzig

Der große Konferenzsaal des mdr im 13. Stock in der Kantstraße ist voll besetzt: 55 Volontäre vom mdr, NDR, radio bremen, SWR, Deutsche Welle und ZDF sind zu Gast auf dem 1. Volo-Trendtag mit Titel „Wie KI den Journalismus verändert – ein Trend, ein Tool, ein Thema“. Dieser Tag ist ein Ergebnis der gemeinsamen Arbeitsgruppe der Volontärsbeauftragten der Rundfunkanstalten und der ARD.ZDF medienakademie, die in 2017 und 2018 intensiv gearbeitet und u.a. diese Veranstaltungsform entwickelt hat.

Neues Lernformat für Volontärinnen und Volontäre

Die ersten, die sofort dieses Format eingekauft haben, war der mdr. Dem schloss sich der NDR gerne an. Volontärsbeauftragte Diana Dlugosch unterstützt das neue Lernformat für Volontärinnen und Volontäre: „Ein Trendtag in der Ausbildung ist eine tolle Gelegenheit, sich mit Themen zu beschäftigen, die für unseren Job immer relevanter werden. Wir können nicht nur für das Jetzt ausbilden, sondern müssen uns damit beschäftigen, wie wir künftig für unsere Zielgruppen Programm machen wollen.“

NDR und mdr haben sich auf einen Themenkomplex geeinigt und anschließend die anderen Häuser der ARD und das ZDF eingeladen. „Das ist gelebte ARD-Kooperation – und gleichzeitig eine Einladung an alle Häuser, vergleichbare Angebote zu kreieren“, sagt der Leiter des Bildungszentrums vom mdr, Frank Thomas Suppee.
Ideensammlung im Workshop
Workshop: Volontärinnen und Volontäre entwickeln erste Ideen.

Ideen für neue journalistische Arbeitsformen

Der Trainer der ARD.ZDF medienakademie, Egbert van Wyngaarden, leitet den Tag. Nach einem Input von Jacob Vicari, dem Spezialisten für den Journalismus der Dinge, einem Ethik-Vortrag der Algorithmus-Spezialistin Carla Hustedt und einem Faktencheck-Vortrag vom Innovationschef der Deutschen Welle, Jochen Spangenberg, schickt Wyngaarden die Volos in die Arbeitsphase.

Die Aufgabe: „Entwickelt Ideen für neue journalistische Arbeitsformen und für neuartige Medienangebote. Benutzt dabei bitte nicht die Ja, aber-Logik, mit der jede Innovation im Keim erstick wird, sondern die weiterführende Ja, und-Logik“, gibt Wyngaarden mit auf den Weg.

In den Präsentationen zeigten die Volos, dass sie wissen, was sie wollen: „Neue Technologien beherrschen lernen, statt sich beherrschen zu lassen“ und sie Ideen haben, wie das gelingen könnte. „Es wäre toll, wenn es ein großes Faktenfinder-Netz für die gesamte ARD gäbe, so dass nicht jede Journalistin, jede Rundfunkanstalt selbst den Fakten-Check machen muss“.

Es war aber auch Raum für Spaß: Angeregt von der Nachrichten-Kaffee-Tasse von Dr. Jakob Vicari entwickelte eine Arbeitsgruppe das „öffentlich-rechtliche Hörgerät, auf das die Nachrichten direkt eingespielt werden“.

Autorin: Martina Lenk