WDR: Vom Bühnenhandwerker zum Mediengestalter

Digitalisierung heißt häufig: Berufsbilder verschwinden, verändern oder wandeln sich und neue entstehen. So auch im WDR: Im WDR führen Reorganisation und Personalabbau zu Veränderungen – unter anderem auch bei den Bühnenberufen. Die Kolleginnen und Kollegen werden nun auf neue Aufgaben im WDR vorbereitet. Seitens der ARD.ZDF medienakademie wird dieser Prozess von Fachgebietsleiter Olaf Schott begleitet.

Vom Bühnenhandwerker zum Mediengestalter

Was genau passiert nun mit den Kollegen mit handwerklichen Berufen?

Olaf Schott: Die Kolleginnen und Kollegen können sich auf eine Fortbildung bewerben, die wir als „Laufbahnqualifizierung Mediengestaltung“ anbieten. Mit dieser WDR-internen Zertifizierung können sich die Teilnehmer intern auf Mediengestalter-Stellen bewerben.

Was genau passiert in dieser Qualifizierung?

Olaf Schott: Wir starten mit dem Grundlagen-Teil, der insgesamt 30 Tage dauert und auf drei Blöcke verteilt wird. Danach bieten wir 8 Vertiefungsmodule an, von denen die Teilnehmer mindestens 4 absolvieren müssen, um die Zertifizierung zu erhalten. Wenn man alle Lehreinheiten zusammenrechnet, sind das 10 Wochen, die auf rund anderthalb Jahre verteilt werden.

Da die Leute schon viele Jahre in der Praxis waren, nutzen wir als Lernform das explorative Lernen. Das heißt: Die Menschen erschließen sich die Zusammenhänge zunächst in der Praxis – und darauf satteln wir dann die theoretischen Grundlagen auf. Es gibt jeden Tag Lernstopps, die Raum bieten für Reflexion, und die Erkenntnisse werden in einem Lern-Blog festgehalten.

Welche Erfahrungen konnten Sie bisher mit dieser Maßnahme sammeln?

Olaf Schott: Die Pilotgruppe mit 8 Teilnehmenden wird gerade in diesen Tagen mit den Vertiefungsmodulen fertig. Sie alle haben schon intensiv auf Mediengestalter-Stellen gearbeitet. Sie sind natürlich im Gegensatz zu Absolventen der dreijährigen Berufsausbildung nicht so breit und umfassen aufgestellt, aber sie haben eine gute Basis, auf der sie sich jetzt selbständig mittels Fortbildungen und im Selbststudium weiterentwickeln können. Eine zweite Gruppe startete etwas versetzt und schließt gerade ihre Grundlagen-Schulung ab, weitere Gruppen sind in Planung.

Unsere Erfahrung ist, dass die Kolleginnen und Kollegen nach 6 Stunden Lehre regelmäßig „platt“ sind und die Ausbildung als teilweise herausfordernd empfinden, gleichzeitig zeigen die Ergebnisse aber auch – wie beispielsweise die Filme über „Aussterbende Berufe“ – welches immense Potenzial auf diesem Weg für den WDR freigesetzt wird.

Autorin: Martina Lenk