weConnect-Workshop – der multimediale Beitragsaustausch

weConnect heißt der neue Kommunikations-Standard, der künftig den multimedialen Beitragsaustausch in der ARD regeln soll. Fachleute der Sender, des IRT und der ARD.ZDF medienakademie entwickelten in einem Workshop an der Medienakademie eine gemeinsame Roadmap für dessen Einführung.

Wir sprachen mit den Experten Peter Schmithüsen, Leiter Produktion Hörfunk und Systemservice im NDR Landesfunkhaus Niedersachsen sowie Vorsitzender der Lenkungsgruppe des ARD-Projekts weConnect, und Olaf Schott von der ARD.ZDF medienakademie über die Ergebnisse.

Peter Schmithüsen (NDR)
Peter Schmithüsen (NDR)

Wofür steht weConnect und was macht es anders als bisherige Systeme?

Olaf Schott:  weConnect ist eine offene Schnittstelle und eine Protokollsprache. Das Projekt soll dabei helfen, multimediale Beiträge zwischen Systemen und Sendern in Zukunft einfacher auszutauschen und Updates sowie Routineprozesse automatisieren zu können.

Für Redaktionen heißt das: Ein weConnect-Beitrag – die Story – ist ein Container, der alles umfasst, was zu einem Thema gehört: Beitragstexte, Audios, Videos, Bilder, aber auch Informationen zu Leitungswegen, Streams oder Anforderungen von Produktionsmitteln. Wenn die Storys in einem redaktionellen Planungssystem erstellt werden, haben sie „Kontext“: Wann ist die Sendung geplant, in welcher Welle und welchem Studio läuft die Sendung usw., was zusätzliche Automatisierung erlaubt.

Mit weConnect können diese Beiträge komplett an andere Sender übertragen werden. Dort werden sie 1:1 in die Planungssysteme übernommen und können automatisch aktuell gehalten werden.

Mit welchen Voraussetzungen funktioniert der Datenaustausch?

Peter Schmithüsen: Den maximalen Effizienzgewinn für die Redaktionen in den Rundfunkanstalten beim Austausch von Stories, und darum geht es am Ende bei weConnect, können die beteiligten Sender erst dann ziehen, wenn sie ähnlich hohe Integrationstiefen in ihren internen Medien- und Planungssystemen umsetzen.

Technisch ließe weConnect theoretisch sehr verschiedene Bedienkonzepte bei den Nutzern zu. Es ist aber erklärtes Ziel der Projektteilnehmer, diese Workflows möglichst zeitlich und inhaltlich gut abgestimmt zwischen den Rundfunkbetrieben und den Redaktionen zu entwickeln.

Wie geht es weiter – wie sieht die gemeinsame Planung aus?

Peter Schmithüsen: Die Technik für das neue Hörfunkdauerleitungsnetz, also die Verteilung von live-Audio, ist, ebenso wie die gemeinsame weConnect-Infrastruktur für den Story-Austausch, voraussichtlich noch in diesem Jahr verfügbar. Die erforderliche Basis für einen neuen Beitragsaustausch ist damit hergestellt. Im Jahr 2019 werden wir gemeinsam in Betrieb gehen.

Wichtig war es mir und den Kolleginnen und Kollegen der anderen Rundfunkanstalten, frühzeitig die Weichenstellungen für die nächsten Schritte anzugehen – vor allem die Integration der redaktionellen Planungssysteme. Hier haben wir beim Treffen einen Konsens erzielen können und eine gemeinsame Roadmap entwickelt.

Weitere Informationen zum weConnect-Projekt finden Sie unter: http://weconnect.irt.de

Autor: Sven Dütz