Zukunftsthemen der Medienarchive

Symposium der ARD.ZDF medienakademie und des IRT in 2018

Teilnehmende im Auditorium des IRT
Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Auditorium des IRT

„Das Archiv als nonlinearer Programm-Macher“, mit diesen Wort beschrieb Rainer Tief, Leiter der Hauptabteilung Archive, Dokumentation, Recherche beim Bayerischen Rundfunk, auf dem Symposium im Juni 2018 eine der neuen Aufgaben der Medienarchive. Oder wie Dr. Beate Scherer, Leiterin GB Archiv-Bibliothek-Dokumentation beim ZDF es formulierte: „Die Aufgabe unseres Bereichs wandelt sich vom Contentbewahrer hin zum Informationsvermittler und KI-Trainer“.

Dieser Sicht pflichtete auch die Vertreterin aus der privaten Wirtschaft, Daniela Naumoff, Project Manager Technology von der UFA, bei: 2017 hat die UFA GmbH das erste Videoarchiv-on-Demand-Angebot auf den Markt gebracht, was sich aus Sicht des Verbrauchers genauso anfühlt wie jeder andere Streaming-Service – nur eben ohne die neuesten Blockbuster.

Smarte Produke aus dem Archiv – Praxisbeispiele

Auf der Veranstaltung, die jährlich gemeinsam mit der ARD.ZDF medienakademie ausgerichtet wird, haben rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den rasanten technologischen Wandel der Archive besprochen: Künstliche Intelligenz, Cognitive Services, Machine Learning, Linked Media Data Cloud und – Meta-Daten – waren häufig gebrauchte Schlagworte an diesen beiden Tagen.

Die Meta-Daten – erfasst in verschiedenen Datenbanken – und dann wieder vereint über das Projekt medas und das Regelwerk Metadaten (REM) machen aus dem Rohstoff Archiv-Material die smarten Produkte. Rainer Tief stellte einige davon vor wie die BR24-Zeitreise oder das Medien-Archiv-Projekt, das der BR zusammen mit Schulen gestaltet.

Neue Technologien verändern die Arbeit der Medienarchivare

Diese Entwicklungen verändern die Arbeitsweise der Kolleginnen und Kollegen in den Archiven erheblich. Die Leiterin Dokumentation und Recherche vom Bayerischen Rundfunk, Gabriele Wenger-Glemser, machte deutlich, dass die gewünschten Veränderungen in den Archiven nur herbeigeführt werden können, wenn die automatisierten Lösungen von entsprechend ausgebildeten Informationsarbeitern begleitet werden. Neue Berufsbilder werden entstehen. Und das nicht nur in Deutschland. Auch die Kollegen aus Österreich und der Schweiz erläuterten, wie sie diesen Wandel managen.

Dabei stand aber stets die Begeisterung für die neuen Aufgaben im Vordergrund – der Hinweis auf die allgegenwärtige Ressourcenknappheit fiel häufiger, tat aber der Ziel-Fokussierung der Referierenden keinen Abbruch: die Schätze der Archive heben und mittels intelligenter Technologien den Menschen leicht verfügbar bereit zu stellen.

Autorin: Martina Lenk

Eindrücke und Infos im Veranstaltungs-Blog

Auf unserem Blog zum Symposium finden Sie Bilder von der Veranstaltung und Infos zu den Referenten und Voträgen. Alle Teilnehmenden können im Downloadbereich zusätzlich mit dem bekannten Passwort auf die Präsentationen und Videos zugreifen.